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Zwischen sexualisierter Gewalt und RFID

Ich haber eine ereignisreiche Woche hinter mir, die gestern mit der Jahresfortbildung bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) einen Höhepunkt hatte. Die USK, bei der ich als als Jugendmedienschutzsachverständiger so ca. 4x im Jahr gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen Altersfreigaben von Computerspielen berate und empfehle, die dann der Staat in Form der Oberste Landesjugendbehörde übernehmen kann (oder auch nicht, das kommt auch vor).

Ein durchaus strittiges Thema war in diesem Jahr die Bewertung von Computerspielen, in denen sexualisierte Gewalt in fernöstlichem Animestil gezeigt wird. Ein Thema, das reichlich Diskussionsstoff bot, denn – wie so oft im Recht – wird mit undefinierten Rechtsbegriffen gearbeitet, die es in konkreten Situationen mit Leben zu füllen sind. Hier zeigte sich, das die Bewertungen sehr unterschiedlich ausfallen können, was Anlass genug ist, das Thema anhand konkreter Fälle weiter zu bearbeiten.

Eine Diskussion über die rechtlichen Rahmenbedingungen, wenn in der außerschulischen Jugendarbeit begleitend und lebensweltbezogen mit Computerspielen gearbeitet werden soll, war ebenfalls eine spannende Diskussion.

Eine für mich ganz besondere Veranstaltung war diese Woche eine Tagesveranstaltung des Fachbereichs Physik der Uni Mainz zum Thema RFID Chip, an der ich teilnehmen durfte.

Wir haben nicht nur einen Transponder selber gebaut, sondern auch Einblicke in die Technik bekommen, die die Verwendung erst ermöglicht. Einen kleinen Film dazu gibt es hier. Gesellschaftliche Themen wie Datenschutz und Missbrauch rundeten den Tag ab, wobei nicht nur den Teilnehmenden, sondern auch den Studierenden der Physik, die die Veranstaltung leiteten, etwas mulmig wurde. Es handelt sich ja hier um eine Technologie, die zunehmend eingesetzt wird. RFID Chips befinden sich im Personalausweis, im Reisepass und in vielen anderen Karten mit Datenspeicher, so auch der Gesundheitskarte, die mit der Möglichkeit, ab nächstem Jahr zusätzliche notfallrelevanten Daten auf dem Chip speichern zu lassen, an Bedeutung gewinnen wird. Einen kleinen, kritischen Beitrag gab es hier.

Die „Keyless go“ Technik, bei der der RFID Chip zur Entriegelung des Autos und zur Freigabe des Startknopes genutzt wird, gilt als unsicher. Immer wieder gibt es aktuelle Meldungen über Diebstähle, die die Schwachstellen der Hard- und Software nutzen. Bsp.1  Bsp.2

Das Thema Microchip und Überwachung wird auch in einem lesensweten Beitrag von Diego Fusaro aufgegriffen. Er lehrt Philosophie an der Mailänder Universität.