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Social Media Tag der EKHN 2016

Die digitale Gesellschaft…

…gibt es in meinen Augen nicht. Ebenso wie es die analoge Gesellschaft nicht gibt. Es gibt nur die Gesellschaft, die wir konstruieren und der wir gerne Namen geben, um sie greifbarer zu machen. Da leben wir mal in der „aufgeklärten Gesellschaft (Kurt F Flexner )“, in der „Wissensgesellschaft (Bernd Dewe)“, der „nazistischen Gesellschaft (Hans-Joachim Maaz) oder in der „granulare Gesellschaft (Christoph Kucklick), um nur einige Beispiele zu nennen. Die Gesellschaft unterteilt sich nicht in die „analoge und digitale“ Gesellschaft. Ebensowenig wie es die „Digital Natives“ und die „Digital Immigrants“ gibt. Begriffe werden mit Absicht geschaffen und benutzt. Was unterscheidet einen „Native“ von einem „Immigrant“? Soll damit nur ausgesagt werden, dass eine*r in eine Zeit hineingeboren wurde, in der die Digitalisierung der Gesellschaft soweit fortgeschritten war, dass „…es der Menschheit im Jahr 2002 zum ersten Mal möglich war, mehr Information digital als analog zu speichern“? (Quelle). Als ich mir im Jahreswechsel 1986/87 meinen ersten Home-Computer kaufte, begann ich mich mit der Digitalisierung zu beschäftigen. Geboren wurde ich 1959. Also eindeutig ein Immigrant. Mein Sohn, 1987 geboren, wuchs in einem Umfeld auf, in dem digitale Medien bereits einen beachtlichen Raum einnahmen. Immigrant oder Native? Mein jüngster Enkel, 2015 geboren, wächst in diese Gesellschaft hinein. Wird er damit zum Ureinwohner? Drei Menschen, drei unterschiedliche „Aufwachszeiten“. Wie aber ist die Wahrnehmung der Gesellschaft geprägt. Habe ist als Immigrant durch meinen Geburtszeitpunkt weniger Einblicke in die Gesellschaft, verstehe ich weniger von den, was sich tut? Vielleicht, oder eben aber nicht.

„Digital Natives“ ist häufig ein Kampbegriff. Er dient dazu, Verantwortung zu übertragen, häufig von der Generation der Entscheider*innen auf diejenigen, die nichts oder wenig zu entscheiden haben. Übertragung ohne Machtverlust. „Kümmert ihr (Native) euch mal, ich bin schon zu alt (Immigrant)“.

Nun, das alles würde mich nicht wirklich beschäftigen, wenn nicht die „Verantwortungslosigkeit der Verantwortlichen“ denjenigen Steine in den Weg legen würden, die voranschreiten und Gesellschaft weiterentwickeln möchten.

Gesche Joost, Professorin für Design an der Universität der Künste Berlin, hat in ihrem Beitrag „Kirche in der digitalen Gesellschaft“ ein paar Thesen aufgestellt und erläutert, die ich im ersten Teil, auf dem Hintergrund meiner anfänglichen Ausführungen, besprechen möchte. Ich hoffe, den Sinn ihrer Aussagen nicht allzusehr zu verkürtzen. Der Orgialtext ist ja verlinkt, so dass jede*r sich selber ein Bild machen kann

  1. Sie beschreibt, dass die Euphorie der 1990er Jahre (neue Formen der Teilhabe und der Meinungsbildung erschienen am Horizont, die unser Verständnis von Gemeinschaft neu definieren sollten) sei verflogen.

Meine eigene Wahrnehmung sagt mir, diese Euphroie gab es in der Breite der Gesellschaft nicht. Ich wählte mich „damals“ (1990!) über mein 2.400 Modem in Newsgroups ein und bemühte mich als Mitarbeiter in der offenen Jugendarbeit mit den mir anvertrauten Kindern und Jugendlichen einen angemessenen Umgang mit dieser neuen Technologie zu erlernen. Dafür besprach ich mich mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschieldichen Arbeitsfeldern (Gewerkschaften, Kirchen, Jugendarbeit). Ja, eine gewissen Neugiuer und Euphorie gab es. Was würde alles möglich sein? Uns war schon klar, dass sich Meinungsbildung und Teilhabe verändern würde – positiv. Gleichzeitig machten wir jedoch die ersten Erfahrungen mit negativen Begleiterscheinungen. Datenschutz? Umgang mit anderen Menschen, von denen nichts als ein digitaler Nickname bekannt war? Wie oft mussten wir die Kinder und Jugendlichen daran hindern, alles von sich preiszugeben, wenn sie sich mit ihrer virealen Identität in Chatcity (ja, die gibt es immer noch ) aufhielten?

Was bis heute bleibt sind die neuen Formen der Teihabe, die neuen Wege der Meinungsbildung! Ja, von mir aus positiv bewertet. Denn die Teilhabemöglichkeiten sind in der Tat gewachsen. Fragt einmal meine ehemalige gehörlose Mitbewohnerin, welche neuen Kommunikationswege sich ergeben haben (ja, Bildtelefon gab es – in schlimmster Qualität!). Eines  meiner Projekte aus dem Jahr 1998 (Projektbericht als pdf-Datei) , in desssen Verlauf sich Besucher*innen eines Jugendtreffs ihre eigenen Rechner zusammenbauen konnten, wäre ohne die Newsgroups nicht möglich gewesen (wir bekamen wiederverwertbare Rechnerteile aus allen Teilen der Republik -privat über unbekannte Menschen aus den Newsgroups!). Bis heute sind „unzählige“ (warscheinlich lassen sie sich zählen) Projekte gestartet und beendet worden, die die Teilhabemöglichkeiten ausloteten. Hier seinen nur einige wenige „große“ aufgeführt:

https://www.ijab.de/youthpart     https://jugend.beteiligen.jetzt/        https://www.jugendforum.rlp.de

Aktuell werden weitere Teilhabemöglichkeiten ausgelotet. Das Aula-Projekt, das ich unterstütze (siehe hier) , zählt auch dazu. Also verflogen ist bei mir nichts. Möglicherweise die Hoffnung, dass Kinder und Jugendliche mehr beteiligt werden sollen. Diese offene Frage stellt sich mir immer wieder: Wo möchte man die Beteiligung – und unter welchen Bedingungen? Oder, wie es die die im digital-analogen Partizipationsprojekt beteiligten Jugendlichen 2012 in ihrem Jugendmanifest ausdrückten: „Wir Jugendliche werden in Entscheidungen, die uns betreffen, nicht gut genug eingebunden. So entgehen uns Chancen,  unsere Zukunft mitzugestalten.“ (Quelle)

Mein Fazit: Möglichkeiten und Wege, Meinungsbildung und Kommunikation auf eine breitere Ebene zu stellen, gibt es. Allein der Wille ist scheinbar schwach.

2. „Wir erleben heute immer mehr auch die Schattenseiten des Netzes – Hate-Speech, Radikalisierung im Netz und Cyber-Mobbing stehen auf der Tagesordnung. So entstehen Echo-Kammern, in denen ungehemmt Meinungen verbreitet werden, die sich gegenseitig verstärken und keine sozialen Filter mehr zu haben scheinen.“

Sicher, hier beschreibt Frau Joost eine Schattenseite, die aber nicht wirklich neu ist. Von daher ist „immer mehr“ auch eine relativierende Umschreibung. Erhöht hat sich mit zunehmender Nutzung auf jeden Fall die Menge. Hate-Speech, Radikalisierung und Cyber-Mobbing waren schon in den 90er Jahren ein Thema, zumindest dort in der Jugendarbeit, wo man sich mit den Chancen und Risiken der digitalen Medien beschäftigt hat. Das Echo-Kammern-Phänomen ist auch nicht wirklich neu. Als 1978 die taz gegründet wurde, war der Hintergrund doch die Berichterstattung in den klassischen Medien, die in der regel doch auch eine Echokammer-Funktion hatten. Ob Mensch Frankfurter Rundschau, Frankfurter Allgemeine oder Bild las, das Interesse war doch auch immer, Nachrichten zu lesen, die dem eigenen Weltbild eher entsprachen. Dieses Echo-Kammern-Phänomen setzt sich in den Sozialen Netzwerken fort und wird über die Vernetzungsstruktur weiter gefestigt. Ich persönlich habe über einen Kontakt noch Zugang zu einer anderen (Facebook-) Medien-Echokammer. Manchmal erschreckend, aber auch gleichzeitig interessant. Da sehe ich manchmal zwei Arten der Weltwahrnehmung!

Einen letzten Punkt möchte ich noch ansprechen:

3. „Ich vermisse die Kirche im Netz, ich vermisse ihre Stimme in den turbulenten Diskussionen, ihre Leitfunktion für die christlichen Werte unserer Gesellschaft. Wir brauchen die Pastorinnen und Pastoren, die Gemeinden, die Organe der Kirche, die sich individuell wie auch kollektiv einmischen, wenn Menschen online Orientierung suchen, wenn es um die Aushandlung gesellschaftlicher Fragen geht, aber auch wenn es um technologische Diskussionen geht – um die Ethik von Algorithmen, um die Chancen und Grenzen der Künstlichen Intelligenz, um die Bedeutung und den Wert der eigenen Daten.“

Wenn mich meine Wahrnehmung nicht täuscht: „Die Kirche“ hält sich in kritischer Distanz zur Onlinekommunikation! Kritisch in erster Linie wohl – und das ist meine Interpretation – aus zweiterlei Gründen. Den einen benennt Frau Joost treffsicher: „Dieser Raum gehorcht neuen Gesetzen: er ist  dezentral organisiert, unabhängig und offen.“ Damit hat die Institution Kirche ein Problem, denn sie ist in ihrer Kommunikationsstrategie eher zentral, abhängig und nicht offen organisiert. Ob „die Kirche“ sich überhaupt auf die Möglichkeiten der digitalen Kommunikationskanäle einlassen möchte, stelle ich auch einmal in Frage. In der EKD-Mitgliederstudie heißt es: „Der Austausch über religiöse Themen erfolgt nahezu ausschließlich im direkten persönlichen Gespräch. Für den individuellen Austausch über religiöse Themen sind internetbasierte Kommunikationswege und damit auch internetbasierte soziale Netzwerke, sieht man von der Gruppe der Jugendlichen ab, nicht wichtig.“ (Quelle)

Wenn dies aber nicht wichtig ist (mit Ausnahme der Jugendlichen!), warum sollte sich „die Kirche“ dort engagieren? Es gibt ja durchaus einige Ansätze im kirchlichen Bereich. Dies sind aber zarte Pflänzchen. Grundsätzlich stellt sich hier aber auch die Frage, ob “ die Pastorinnen und Pastoren, die Gemeinden, die Organe der Kirche“ die richtigen einmischer sind, oder ob es auch darum gehen sollte, das „Priestertum aller Getauften“ ernster zu nehmen und denzentraler, unabhängiger und offener die angesprochenen Themen zu kommunizieren, so wie es unter den Hashtag #DigitaleKirche erste zarte Pflänzchen zu bewahren und zu bewässern gilt.

Oder?

„Fake-News“

Ganz ehrlich? Je öfter ich den Begriff „Fake-News“ lese und höre, desto mehr nervt es mich. Jede Information wird von irgendeiner Seite als Fake betitelt, ganze Verschwörungsszenarien ranken sich um Meldungen. Dabei drängeln sich alle in der Verurteilung von bewußt falschen Nachrichten.

„Fake news is killing people’s minds“ lässt Tim Cook, Appels CEO in einem Interview mit dem Telegraph verlauten. Darin ruft er Technologiefirmen und Regierungen auf, gegen Falschnachrichten vorzugehen. In diesem Interview spricht er auch die Verantwortung der Technologieunternehmen an, die „…need to create some tools that help diminish the volume of fake news.“ […die einige Werkzeuge entwickeln müssen, die dazu beitragen, das Volumen der gefälschten Nachrichten zu verringern.] Den Weg, weitere Wirkungen zu erziehlen, sieht er über die schulische Bildung, die sich wiederum auf die Elternhäuser auswirkt.(Quelle)

Die SPD will laut SPIEGEL, dass beispielsweise Facebook eine 24/7 Kontaktstelle einrichtet die dafür Sorge trägt, dass „offensichtliche Rechtsverletzungen binnen 24 Stunden“ gelöscht werden. Die Grünen haben, so ist im selben Artikel zu lesen, eine „grüne Netzfeuerwehr“ gegründet, die bei offensichtlichen Fake-News die Kraft der grünen Netzgemeinde aktiviert. (Quelle) Auch die CDU setzt laut SPIEGEL auf Beschwerdestellen und eine stärkere Regulierung. (Quelle)

Problematischer als all die offensichtlichen „Fake-News“, die mit ein wenig Menschenverstand und einer Grundhaltung „nicht alles, was schwarz auf weiß geschrieben steht, ist wahr“ erkennbar sind, sind im meinen Augen allerdings die Nachrichten und Äußerungen, die mittels unbelegter Behauptungen eine bestimmte Stimmung erzeugen wollen.

Ein Beispiel:

Holger Stelzner, einer der Herausgeber der FAZ überschreibt einen Kommentar in der FAZ vom 13.02.2017 auf der Titelseite über den Wahlkampf von Martin Schulz mit „Fake-News-Wahlkampf“. In diesem Kommentag schreibt Stelzner: „Schulz behauptet, in Deutschland hätten Boni so zugenommen wie die Zahl prekärer Arbeitsverhältnisse. Richtig ist das Gegenteil: Befristete Arbeit, Minijobs und Zeitarbeit sind gesunken, klassische Normalbeschäftigung ist hingegen stark gestiegen.“ (Quelle)
Also wieder <Alles Lüge>, wie Rio Reiser einmal titelte? Nun sind Schulz und Stelzner Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen und aufgrund ihrer Position eine gesellschaftliche Verantwortung tragen. Lügt einer der beiden?
Ich habe mal einen Faktencheck versucht. Hierbei ist es mir natürlich auch wichtig zu schauen, wie sich solche Aussagen überhaupt überprüfen lassen.

Befristete Arbeitsverhältnisse:
Das Statistische Bundesamt schreibt „Befristungen nehmen seit 2010 erstmals wieder leicht zu.“ (Quelle) Sie veröffentlichen auch eine Tabelle dazu, aus der der leichte Anstieg hervorgeht. Demnach waren in Deutschland 2.464.000 (2014) und 2.531.000 (2015) Arbeitnehmer*innen befristet beschäftigt. (Quelle) Auch die Hans-Böckler-Stiftung veröffentlichte in ihrem Bericht über atypische Beschäftigung eine entsprechende Grafik (Quelle). Hier also scheint Stelzner falsch zu liegen.

Minijobs:
Laut Tabellen der Bundesagentur für Arbeit ist die Anzahl der geringfügig Beschäftigten von 6.659.126 im Jahr 2013 auf 6.549.804 im Jahr 2015 gesunken. (Quelle) Das Statistische Bundesamt (Quelle) Hier liegt Stelzner richtig.

Normalarbeitsverhältnis:
Die Zahl der Erwerbstätigen in einem Normalarbeitsverhältnis erhöhte sich 2015 um rund 317 000 Personen auf 24,8 Millionen. (Quelle) Auch hier liegt Stelzner richtig, wenngleich der Zusatz „stark“ relativ zu sehen ist. Mich freut es für jeden einzelnen Menschen.

Zusammenfassend kann ich nicht sagen, dass Stelzner falsche Tatsachen behauptet. Eine überprüfbare Quelle für seine Behauptungen nennt er leider nicht.  „Vom Januar 2012 bis zum November 2016 stieg die Anzahl der geringfügig entlohnten Beschäftigten um über 320.000.“ Auch diese Aussage stimmt laut der Excel-Tabelle der Arbeitsagentur für Arbeit. (Quelle – zip-Datei, darin enthaltene .xls Datei, darin das Tabellenblatt 24) und relativiert die Angaben zu den Minijobs. Entscheidend bei solchen Aussagen sind nämlich immer die Bezugsrahmen. So ist es möglich, das beides stimmt. Eine Erklärung, wie auch unterschiedliche Zahlen zustandekommen, gibt es auf der eigens dafür eingerichteten Seite www.miese-jobs.de.

Die Recherche zu den drei Kernaussagen hat mich 1,5 Stunden gekostet und ich habe mich durch Unmengen an Zahlenmaterial gequält, Definitionen gelesen und Bezugsrahmen geprüft. Für „Normalbürger*innen“ eine Zumutung und somit nicht alltagstauglich.
Als Sozialwissenschaftler habe ich natürllich im Rahmen meines Studiums verschiedenste Möglichkeiten kennengelernt, mit Zahlen zu jonglieren. Falschaussagen von wahren Aussagen zu unterscheiden ist mitunter sehr schwer. Erschwert wird dies durch massenhaftes Zahlenmaterial, das wiederum interpretiert werden muss.

Doch zurück zur Ausgangslage: „Fake-News“ mit Bildung bekämpfen? Bildung ist sicherlich ein Schlüssel, um Alltagskompetenzen zu schulen. Bildung ist allerdings auch kein Allheilmittel. Bleibt noch die Verantwortung der Technologieunternehmen. Im Rahmen einer Ausschusssitzung in Landtag Rheinland-Pfalz hatte ich Gelegenheit David Schraven, den Geschäftsführer von correctiv.org, zu hören und zu sprechen. Correctiv.org wird für Facebook in einem mehrstufigen Verfahren den Faktencheck übernehmen. (Quelle)

Ich habe David Schraven in einem anschließenden Gespräch meine Position erläutert: Facebook-Nutzer*innen aller unterschiedlicher Gruppierungen werden gegenseitig die  „Fake-News-Button“ drücken, so dass das Verfahren über kurz oder lang an seine Grenzen stoßen wird. Schwierig wird es zudem, da Nachrichten durch Kopiertechniken faktisch beliebig oft weiterverbreitet werden können. Dies zeigt sich in dem Prozeß, der momentan vor dem Landgericht Würzburg geführt wird. Es geht um widerrechtlich genutzte und verfälschte Bilder, das den jungen syrischen Geflüchteten Anas Modamani ( manchmal zusammen mit Angela Merkel) zeigt. Facebook zeigt sich nicht in der Lage oder Willens, das Bild/ die Bilder aus seinem Netzwerk zu löschen. (Quelle)

Durch technologische Neuerungen wird es zudem zunehmend schwieriger werden, Orginal und Fälschung bei Bildmaterialien zu unterscheiden. Erinnern wir uns an den Varoufakis-Finger-Fake.

Wie wir es auch drehen und wenden, letzten Endes wird ausschlaggebend sein, welche Wertehaltung und Einstellung die jeweilige Person hat, die eine Nachricht zu Gesicht bekommt. Die ist bekanntlich auch davon abhängig, wie gesellschaftlichte Diskurse geführt werden. Auch in Wahlkampfzeiten.

Das eine Regulation im Netz selber funktioniert, habe ich persönlich auch von anderen netzaktiven Menschen gehört und selber erfahren dürfen. David Schraven berichtete in der Ausschusssitzung von einer ähnlichen Aktion wie die der „grünen Netzfeuerwehr“, die ebenso gut funktionierte. In der Facebookgruppe „Bad Kreuznach“, der ich (wie 10.000 andere Menschen auch) angehöre, gibt es unorganisiert schnelle Reaktionen bei Meldungen, die Falschmeldungen sind oder sich offensichtlich gegen eine Menschengruppe richten. Egal welcher Couleur.

In diesem Sinne eine schöne Woche…und bis nächsten Mittwoch!

Zwischen den Wahrheiten

Nachdem „postfaktisch“ zum Unwort des Jahres gekührt würde, habe ich nach Trumps Antrittsrede und den darauf folgenden Auseinandersetzungen um die Anzahl der Zuschauer*innen neu gelernt, dass es auch so etwas wie „alternative Fakten“ geben soll. Als Vertreter des „Konstruktivismus“ habe ich natürlich eine Vorstellung davon, dass Menschen die „Realität“ durch ihre jeweilige Sicht anders wahrnehmen. Wir alle kennen das halbvolle und das halbleere Glas. Diese Art der Wahrnehmung erlaubt es, sich eine eigene Realität zu bilden. Das scheint auch bei Trump zu funktionieren. (Quelle)

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