Love out loud

So lautete das Motto der re:publica 2017, an der ich von Montag – Mittwoch teilnahm.Die re:publica ist sowas wie eine große Ideen-Messe, Vortrags-Messen, Workshop-Messe. Sie ist das größte Digitalkonferenz Europas. Über 8.000 netzaffine Menschen trafen sich drei Tage in einem ehemaligen Bahnhof aus dem 19 Jahrhunder und hatten dabei die Wahl-Möglichkeit zwischen unzähligen Veranstaltungen in verschiedenen Formaten in den untrschiedlichen Themenfeldern: Politik & Gesellschaft, Gesundheit, Kultur, Mobilität & Städte, Lernen, Geschäft & Arbeit, Bloggen, Unterwasserwelten, und schließlich Love out loud.

Meine Eindrücke sind mit einem Wort ausgedrückt: Überwältigend! Das trifft nicht auf viele der Sessions zu, die ich besucht habe. Erstmal war schlicht die Anzahl der Sessions überwältigend.  Über 200 Vorträge waren im Angebot, dazu kamen 66 Workshops, 121 Diskussionsveranstaltungen, 48 Thementreffen, 34 Kurzvorträge und 13 Aktionen. Also rundherum Programm. Etwas interessantes, spannendes schien es permanent zu geben. Von morgens bis abends. Also war ich schon am ersten Tag überfordert. Hast du schon mal versucht 10 Vorträge, 3 Diskussionsveranstaltungen, 2 Workshops und 1 Thementreffen an einem Tag zu schaffen? Ich schon! Scheitern inbegriffen. So gab ich mich dem zweiten Tag mit einem wesentlich abgespeckten Plan hin, wohl wissend, dass sich auch dieser über den Tag nicht wird halten können. Tag drei war dann recht entspannt, jegliche Planung wurde weggelegt und ich schaute nur noch bei Zeit, Lust und Laune danach, was als nächstes angeboten würde. So lässt es sich re:publicen!

Hinzu kommen natürlich, wie soll es anders sein, die anderen re:publicaner*innen mit der eigenen Planung (oder Planlosigkeit?). Also stell dir mal vor, du willst zu einer interessanten Veranstaltung, die von 14:30 – 15:00 Uhr im Raum „MediaCube“ stattfindet. Ca. 30 Sitzplätze. 30 Stehplätze mit Sicht auf die Referent*in.  Von den 8.000 Besucher*innen wollen 100 genau dorthin. Hast du den Fehler erkannt? Ich auch, drehte mich um und ging einen Kaffee trinken – oder was anderes suchen. Oder mit Leuten quatschen, denen es genau so ging wie mir. Gemeinsames Schimpfen mit Ausblick auf ein nettes Gespräch über die Beweggründe, warm man hinwollte, was einen da beschäftigt. Also mit entsprechendem Entspannungslevel gut auszuhalten. Gelernt: Wenn du was wirklich willst – WIRKLICH – dann gehe frühzeitig hin und meide Veranstaltungen, die erst dann enden, wenn deine Wahlveranstaltung beginnt. Oder eben die Strategie, der ich auch begegnete (aber nicht selber angewendet habe!) 10 Minuten vor Schluss gehen, um rechtzeitig da zu sein.

Ich denke, du hast einen gewissen Eindruck davon, was ich mit überwältigend meinte! Manche Angebote waren aber auch inhaltlich überwältigend. Da noch nicht alle Videos verfügbar sind, möchte nich hier nur – sozusagen als Appetithäppchen, nur einige wenige empfehlen.

Der Schwerpunkt der re:publica 2017 war, wie es der Titel schon zeigt, die Kommunikation und die Liebe. Gegen den Hass, gegen die Hetze im Netz und in der Welt. Viele der Beiträge beschäftigten sich dann auch mit „Fake-News“ aus den unterschiedlichsten Perspektiven.

Einfach überwältigend! war Kübra Gümüşay, die über die Die Emanzipation der Gutmenschen sprach (Video von 7:34:40 – 8:02:40).

Auch Katharina Nocun war mit ihrem Vortrag Der Source Code der AfD, in dem sie die AfD-Programme auf ihre Kerngedanken hin untersuchte, ein sehr bewegender Vortrag (Video liegt noch nicht vor). Aber meine kritische Anmerkung, das es methodisch nicht ganz sauber sein, Zitate aus ganz unterschiedlichen Veröffentlichungen unterschiedlicher Quellen aus dem Zusammenhang zu reißen und zu einem zentralen Kern zu verdichten, mussten nur Freunde auf Facebook zur Kenntnis nehmen. Dazu aber mehr, wenn das Video verfügbar ist.

Von einigen weiteren Sessions möchte ich nächste Woche berichten, nachdem ich mir nochmal die Aufzeichnungen angeschaut habe, die es nun teilweise (und bis nächste Woche hoffentlich noch mehr!) bei Youtube gibt.

Wenn du deine Erlebnisse teilen möchtest, so kannst du das hier gerne in den Kommentaren tun. Oder du hast einen eigenen Blog ode eine andere Plattform, dann kannst du gerne den Link in die Kommentare setzen.

In diesem Sinne Love out loud!