Die Digitalisierung meines Alltags – Teil 2

Und wieder einmal ist es soweit. Da ich heute, Freitag 7.4. nach Bejing/China fliege, schreibe ich den Artikel schon einmal vor. Ich finde das eine schöne Möglichkeit. Da setze ich einen digitalen Zeitstempel und schwupps, wird der Artikel dann veröffentlicht. Wenns klappt. Denn die erstem Male musste sich probieren, wie ich die Einstellungen treffen muss, dass mein als „Entwurf“ gespeicherter Artikel freigegeben wird. Garnicht. Mit Entwürfen geht das wohl nicht, erst müssen sie als Beitrag abgespeichert werden, dann geht das. Mit einer Stunde Unterschied, denn die Zeitrechnung von WordPress scheint auch eine kleine Verschiebung zu beinhalten. Stelle ich 13 Uhr ein, veröffentlicht WordPress mit einer Stunde Abweichung.

Für meinen China-Urlaub ging das auch nicht alles so glatt. Letztes Jahr Hotel gebucht – online – erledigt. Flug gebucht – online – erledigt. Buchungsnummer des Fluges – erledigt. Ein Visum bei der chinesischen Botschaft beantragt. Den Bearbeitungsstatus konnte ich unter https://www.visaforchina.org/ online verfolgen, eine schöne Einrichtung. Visum erteilt – erledigt. Nachdem die Visadaten vorlagen konnten diese wiederum bei Lufthansa online eingetragen werden – erledigt. 23 Stunden vor dem Abflug konnte ich bei Lufthansa einchecken. Leider wurden in dem Prozess wiederum Daten abgefragt, die ich nicht im Kopf hatte. Bis wann ist das Visa gültig? Nun, der Reisepass mit dem Visa lag zuhause, ich unterwegs. Hätte die Abfrage nicht schon erfolgen können, als ich die anderen Visadaten eintragen konnte? Nächste Frage: War mein Pass biometrisch? Maschinenlesbar? Nichts von beiden? Auch diese Frage hätte mir doch schon vorher gestellt werden können. Also warten, bis ich wieder zuhause war. Daten eingetragen – erledigt. Sitzplatzauswahl online für 25 € pro Sitz (wir fliegen zu viert)? Nicht nötig, es ist ja nur ein Flug und kein Reiseziel.

Nun, nachdem ich alle Daten online eingegeben hatte, konnte ich mir sogar noch zweiZeitschriften als pdf Datei herunterladen. Süddeutsche Zeitung und den Stern, ab aufs Smartphone.Erledigt. Das Gepäck soll ich bei einem Automaten aufgeben. Ich bin gespannt. Wer wird das Flugzeug fliegen? Meist wohl der Autopilot, auf der Basis von digitalen Daten. Eines Tages brauchen wir auch keine Pilot*innen mehr, da bin ich mir sicher. Selbstfahrende Autos und selbstfliegende Flugzeuge, beladen mit von Robotern transportiertem Gepäck, das ich vorher am Automaten aufgegeben habe. Muss ich dann eigentlich noch in den Urlaub fliegen? Vieleicht macht das ja eine Maschine für mich, oder ich schließe mich an einen Rechner an und erlebe die schönsten Abenteuer mitttels der VR-Brille und dem Geruchssensor.
P.S. Solche Kontaktlinsen hätte ich gerne. Ehrlich!

Gedanklich zurück in der Gegenwart: Inzwischen hatte ich die Tage immer wieder den Echtzeit-Luftbelastungs-Index von Peking betrachtet. Ein tolles Projekt, das da in China ansässig ist. Mit Messwerten aus vielen Ländern der Welt. Eine super Sache, da wünschte ich mir, auch in Deutschland würde man die Daten so öffentlich kommunizieren. Die Stichwort Open-Data und Visualisierung. Aber nein, hier gibt es meist schöne Tabellen, wie die Beispiele aus Rheinland-Pfalz, Hessen oder Stuttgart zeigen. Immerhin! da wird sich in den nächsten Jahren noch einiges tun, da bin ich mir sicher.

Nun, wenn dieser Beitrag erscheint weile ich gerade in China. Einen digitalen Reisebericht gibt es hier dann im Anschluss. So lange euch eine schöne Zeit.

Update: Hier in China sind Smartphones noch viel mehr zu sehen, als bei uns. In der Ubahn schauen 90% auf ihr Gerät, jung und alt. Ein Blick in unsere nahe Zukunft?