In Zeiten des Hasses ist Liebe eine Revolution

Letzte Woche hatte ich in meinem Blogbeitrag ja bereits geschrieben, wie mich die Überwältigung erwischt hat. Heute nun inhaltlich zu dem, was ich im Rahmen der re:publica erleben durfte. Ich habe das jetzt mal chronoligisch sortiert nach Sessions sortiert, die ich besucht habe (oder bei denen ich gehindert wurde). Damit das Ganze aber nicht so bruchstückhaft rüberkommt, der Versuch einer Einordnung.

Ich fuhr zur re:publica, um einmal die Stimmung einzufangen, mich mit Leuten zu unterhalten und mich von Inputs inspirieren zu lassen. Dabei spielte das Thema „Manipulation“ für mich ein großes Thema, denn das ist aus meiner Sicht der Hintergrund der Debatte um „Fake-News“, „Social-Bots“ und dem „ehernen Journalismus“, der Fakten und Qualität verspricht.

Ein zweites Thema war die Frage der Grundrechte. Ich hatte mich ja bereits zur Charta geäußert und wollte nun einmal hören, was aus der ganzen Diskussion der letzten Monate geworden ist. Ich wünschte mir also eine Zusammenfassung, markierte aber in meiner Planung, dass ich auch die Sessions „Diskussion der Charta“ und „wie weiter mit der Charta“ besuchen wollte.

Das Sahnehäubchen war dann das Angebot, das für mich nicht unter einem bestimmten Interesse stand.

Ich habe die Titel der verschiedenen Sessions mal den drei Bereichen zugeordnet und bunt eingefärbt. Zum Thema Manipulation = rot, Grundrechte = grün, die Sahnehäubchen = pink. Unter den jeweiligen Veranstaltungen dann eine kurze Kommentierung, wenn vorhanden, dann mit dem zur Verfügung stehenden Session-Video. Wer Lust und Zeit hat, kann ja mal reinschauen, es lohnt sich!

Montag

12:15 – 12:45 Lobby-Schlacht um Brüssel: Ende mit Tracken oder Tracken ohne Ende? (Ingo Dachwitz) https://www.youtube.com/watch?v=l5SwOS5lXTc Ingo Dachwitz erläuterte die Hintergründe der ePrivacy-Verordnung. Erfrischend, kompetent, aber leider zum Ende hin zu knapp. Ich werde mal ein Interview mit ihm organisieren, denn das ist schon eine der zentralen Grundrechtsfragen.

12:45 – 13:15 Make life easy (again)!? Was wollen wir uns von Technologie abnehmen lassen und zu welchem Preis? (Jan Möller, Martin Schallbruch) https://www.youtube.com/watch?v=If7PjzJq7Oo Auf jeden Fall brachten beide mich gut zum Nachdenken. Es geht letzten Endes um die Auseinandersetzung, welche Verantwortung wir Menschen für unser (teils unreflektiertes) Handeln und welche Verantwortung die Anbieter von Technik und Dienstleistungen haben. Sie haben das ganz gut als Zwiegespräch organisiert, in dem beide unterschiedliche Haltungen zeigen.

13:30 – 14:00 Die Lehren von der Reformation bis zur Aufklärung für das Netz von heute (Johanna Haberer, Kai Schächtele) https://www.youtube.com/watch?v=gZIX7HOvOPM Ich hatte ja schon mit Johanna Haberer eine Veranstaltung für Landtagsabgeordnete und ihre Mitarbeiter*innen in Mainz, in der wir beide als Referent*in auftraten, ich habe sie auf dem Medienkonzil gehört und ihr Buch „Digitale Theologie“ gelesen und mit Kolleg*innen besprchen, von daher erwartete ich nichts Neues, wollte aber eine „Auffrischung“. Die mediale Prägung unseres Denken und Handeln kam nochmal schön zum Ausdruck. Nochmal Haberer deutlich aus christlicher Perspektive, die ich teile: Es hat jeder nicht nur das Recht, sich in den Diskurs um das Zusammenleben einzubringen, mit der „Demokratisierung der Kommunikation“ ist auch eine Verantwortung verbunden. Die Verantwortung eine Haltung einzunehmen. Es braucht aber auch eine Ethik der Kommunikation!

14:00 – 14:30 WTF – Katholische Kirche will Netzpolitik mitgestalten?! (Kristin Narr, Saskia Esken, Andreas Büsch) ab 32:12 https://www.youtube.com/watch?v=gja6Ce8_UsE Andreas Büsch, mit dem ich ja ab und zu das Vergnügen des gemeinsamen Kaffeetalks habe (unsere Büros sind 10 Minuten voneinander entfernt), stellte das lesenswerte Papier „Medienbildung und Teilhabegerechtigkeit“ vor, das von Saskia Esken wohlwollend rezensiert wurde. Sie ging dabei nicht auf alle Punkte des Papiers ein, würdigt erst einmal, dass die Kirche sich hier engagiert zeigt, dass sie als Glaubensgemeinschaft sich mit dem gesellschaftlichem Wandel und den Auswirkungen auf unser Gesellschaft beschäftigt und dabei auch die eigenen Hausaufgaben benennt.

16:00 – 17:00 Netzgemeindefest (Ingo Dachwitz) (kein Video) Ein Treffen von netzaffinen Leuten aus „der Kirche“. Christ*innen, aus welchen Bereichen auch immer, die gemeinsam ins Gespräch kamen. Jede*r sollte sich Leute suchen, die nicht schon zu den Bekannten gehörten. Das war ein sehr lebendiger Austausch, leider unter keinen so guten räumlichen Bedingungen. Die offene Sitzgruppe waren nicht auf Kommunikation in größeren Gruppen angelegt, dazu waren die Umgebungsgeräusche zu laut. Aber für einen ersten Austausch in der Runde war es ok. Unter den Twitter-Hashtag #DigitaleKirche zeigten wir schon mal das Interesse, gemeinsam weiter am Austausch über das Thema „Digitalisierung aus unterschiedlichen Blickwinkeln“ zu bleiben. Vielleicht gibt es ja auch bald ein bundesweites Treffen? Hier ist für die Evangelische Kirche die EKD gefragt.

In kleiner Runde erschien uns das Format des Barcamps als ziemlich geeignet, um eben den unterschiedlichen Themen, Fragestellungen und Herausforderungen einen Platz geben zu können.

17:15 – 18:15 Werden Wahlen im Netz entschieden? (Prof. Dr. Birgit Stark, Julius van de Laar, Dr. Ursula Weidenfeld, Robert Heinrich, Martin Hoffmann, Tobias Nehren) https://www.youtube.com/watch?v=qVSyzfp_aR8 Martin Hoffmann erklärt zu Beginn, was Bots sind, dass sie gut oder böse sein können und wie sie sich unterscheiden. Was sie zumindest können? Trends setzen, Diskurse unmöglich machen, sie können Propaganda machen und – zentral – sie können den Eindruck erwecken, dass da ganz viele Leute beispielsweise hinter einer Meinung stehen. Über deren Wirkung wissen wir aber wenig, denn es gibt kaum qualitative Forschung darüber. Die Diskussionsteilnehmer*innen tauschen sich dann auch über die Eingangsfrage aus, mit unterschiedlichen Ansichten.

18:30 – 19:00 Hacking Karlsruhe: Klagen für die Freiheit (Ulf Buermeyer, Nora Markard) https://www.youtube.com/watch?v=xuo95Yr9aZM Beide stellen den Verein „Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. (GFF)“ vor und erläutern, wie sie auf rechtlicher Ebene für Freiheitsrechte eintreten. Unterstützer*innen sind gerne gesehen. Machen ja auch einen wichtigen Job.

TAG 2

10:00 – 11:00 Anonymous.Kollektiv & Migrantenschreck: Warum wir bei Rechten geklingelt haben (Kai Biermann, Simon Hurtz, Karolin Schwarz, Max Hoppenstedt, Günther Strauß) https://www.youtube.com/watch?v=3r9rbHWbIW4 (ab Minute 5:55) Da gab es doch tatsächlich auf einer Internetseite ein Waffenangebot aus Ungarn, das dazu beitragen sollte, sich in der „Flüchtlingsfrage“ ein wenig sicherer zu fühlen. Kai Biermann hat die Kund*innen besucht. Eine nette Erzählung. Simon Hurtz war mit dabei und berichtet hier in einem Interview. Als Gegenbewegung gegen Hetze und Falschmeldungen/ Fake-News verstehen sich Günther Strauß und Karolin Schwarz. Sie initiierte die Seite www.hoaxmap.org und hat sich damit auf die Seite derer positioniert, die Fake-News mit Richtigstellungen begegnen, die „Watchseitenbewegung“ – hauptsächlich auf Facebook unterwegs – kümmert sich mit gleicher Intention (Aufklärung) um ein breites Themenspektrum und dort beobachtbare Unwahrheiten.

11:15 – 12:15 #DigitalCharta – Brauchen wir Grundrechte für das digitale Zeitalter? (Johnny Haeusler, Heinrich Wefing, Christoph Kucklick, Jeanette Hofmann, Daniel Opper, Jan Philipp Albrecht) https://www.youtube.com/watch?v=GHBND8OUeyw Ich dachte ja, es gäbe etwas Neues. Fehlanzeige. Christoph Kucklick, Chefredakteur der Zeitschrift GEO war als einziger auf der Bühne, der sich an der Charta nicht beteiligte und seine Kritik ab Minute 16 erläutert. Der Verlauf der Debatte spricht für sich.

12:30 – 13:30 „Lügenpresse™“ meets Hydraulikpresse: Eine Gameshow über Fake News (Max Hoppenstedt, Theresa Locker) (kein Video) Einfach ein nettes Quiz, in dem es galt, Meldungen als „Irreführend“ oder „Falsch“ zu bestimmen.

13:45 – 14:45 Die Hälfte aller Spieler ist weiblich. Doch wie vielfältig ist die deutsche Spieleindustrie? (Sabine Hahn) (kein Video)

15:00 – 16:00 Will there be a shared vineyard in the smart city? (Bettina Ludolf, Ralf Lamberti) (kein Video) Eine Veranstaltung der Daimler AG, in der beide ein städtisches Zukunftsszenario (Mobilität) vorstellten. Ein eigenes Thema, das ich bald in einem eigenen Blogbeitrag beleuchten werde.

16:45 – 17:15 Die Anachronistin – mehr als nur Geschichte (Nora Hespers) (kein Video) Bemerkenswert. Da hört die Enkelin eines Widerstandskämpfers gegen den NS Staat seine Geschichte und fängt an zu recherchieren. Sie macht daraus einen Blog und einen Podcast. Toll!

17:30 – 18:00 Die Emanzipation der Gutmenschen (Kübra Gümüşay) ab 7:34:40! Einfach nur sehenswert. Prädikat „besonders wertvoll“!

TAG 3

10:00 – 11:00 Leider zu spät angemeldet: Feinstaubsensor basteln – der einfache Bausatz, Daten messen und zeigen (Frank Riedel, Jan Lutz)

10:00 – 10:30 Macht Algorithmus Staat (Mike Weber) https://www.youtube.com/watch?v=8A1hQGRaj2k

10:30 – 11:00 Der Source Code der AfD (Katharina Nocun) https://www.youtube.com/watch?v=ttAjkEu-CYE Gut anzusehen, geht auch schön runter wie Öl, mir aber doch etwas (methodisch) zu billiges „bashing“. Das ist mal einen eigenen Blogartikel wert, gerade wenn es darum geht, Menschen die anders sind, zu verstehen. Das hier trägt dazu nicht bei.

11:15 – 12:15 (leider zu voll!) Das Auge liest mit: Multimediales Storytelling ohne Code und Kohle (Daniela Späth, Michel Penke)

12:30 – 13:30 Hands-on Verifikation: Social-Media-Inhalte überprüfen (Fiete Stegers, Wolfgang Wichmann) (kein Video) Super! Ein toller Workshop, der Lust gemacht hat, einfach mal was methodisch auszuprobieren. Das werde ich auf jeden Fall mal als Veranstaltung anbieten. Nicht für Menschen aus der Öffentlichkeitsarbeit, die sollten das schon können. Für Menschen, die ein Interesse daran haben, wie Menschen Meldungen/Bilder verifizieren können. Von Hand!

13:45 – 14:45 Etwas Empirie: Was wir wirklich über Filterblasen, Fake-News und die digitale Öffentlichkeit wissen (Konrad Lischka, Christian Stöcker) ab 3:50:08 https://www.youtube.com/watch?v=VXB0zhaCiN0

16:45 – 17:15 Loving Mondays since 1817 (Jörn Hendrik Ast) https://www.youtube.com/watch?v=4CCcAUM8zoM

17:30 – 18:30 Leider ausgefallen: Glück und Geld: Zeichne dein Leben – mit Marina Weisband (Jana Gioia Baurmann, Marina Weisband , Jens Tönnesmann)

Somit endete für mich die re:publica mit interessanten Inputs, anregenden Gesprächen und Ideen für zukünftige Projekte und Themen. Auf jeden Fall ist das Thema „Kommunikation“ bei mir ganz oben auf der ToDo-Liste. Als Mitarbeiter der Kirche sehen ich mich auch in der Rolle, meine Haltung nach außen darzustellen, als christ, als Mensch. Denn eines haben mir die Sessions und Gespräche der re:publica 2017 auch gezeigt. Wir sind keine Opfer einer Kommunikationsindustrie, eines Staates. Wir sind handelnde Menschen, die ihre Handlungsspielräume in gesellschaftlichen Diskursprozessen bestimmen. Die das Miteinander, das sich nicht „automatisch“ regelt, aushandeln.

Wichtig auch die Trennung von Mensch als Mensch und die Meinung, die jemand vertritt. Der Mensch ist mehr als seine Meinung.

In Zeiten des Hasses ist Liebe eine Revolution, schrieb Edward Snowden. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!

Love out loud

So lautete das Motto der re:publica 2017, an der ich von Montag – Mittwoch teilnahm.Die re:publica ist sowas wie eine große Ideen-Messe, Vortrags-Messen, Workshop-Messe. Sie ist das größte Digitalkonferenz Europas. Über 8.000 netzaffine Menschen trafen sich drei Tage in einem ehemaligen Bahnhof aus dem 19 Jahrhunder und hatten dabei die Wahl-Möglichkeit zwischen unzähligen Veranstaltungen in verschiedenen Formaten in den untrschiedlichen Themenfeldern: Politik & Gesellschaft, Gesundheit, Kultur, Mobilität & Städte, Lernen, Geschäft & Arbeit, Bloggen, Unterwasserwelten, und schließlich Love out loud.

Meine Eindrücke sind mit einem Wort ausgedrückt: Überwältigend! Das trifft nicht auf viele der Sessions zu, die ich besucht habe. Erstmal war schlicht die Anzahl der Sessions überwältigend.  Über 200 Vorträge waren im Angebot, dazu kamen 66 Workshops, 121 Diskussionsveranstaltungen, 48 Thementreffen, 34 Kurzvorträge und 13 Aktionen. Also rundherum Programm. Etwas interessantes, spannendes schien es permanent zu geben. Von morgens bis abends. Also war ich schon am ersten Tag überfordert. Hast du schon mal versucht 10 Vorträge, 3 Diskussionsveranstaltungen, 2 Workshops und 1 Thementreffen an einem Tag zu schaffen? Ich schon! Scheitern inbegriffen. So gab ich mich dem zweiten Tag mit einem wesentlich abgespeckten Plan hin, wohl wissend, dass sich auch dieser über den Tag nicht wird halten können. Tag drei war dann recht entspannt, jegliche Planung wurde weggelegt und ich schaute nur noch bei Zeit, Lust und Laune danach, was als nächstes angeboten würde. So lässt es sich re:publicen!

Hinzu kommen natürlich, wie soll es anders sein, die anderen re:publicaner*innen mit der eigenen Planung (oder Planlosigkeit?). Also stell dir mal vor, du willst zu einer interessanten Veranstaltung, die von 14:30 – 15:00 Uhr im Raum „MediaCube“ stattfindet. Ca. 30 Sitzplätze. 30 Stehplätze mit Sicht auf die Referent*in.  Von den 8.000 Besucher*innen wollen 100 genau dorthin. Hast du den Fehler erkannt? Ich auch, drehte mich um und ging einen Kaffee trinken – oder was anderes suchen. Oder mit Leuten quatschen, denen es genau so ging wie mir. Gemeinsames Schimpfen mit Ausblick auf ein nettes Gespräch über die Beweggründe, warm man hinwollte, was einen da beschäftigt. Also mit entsprechendem Entspannungslevel gut auszuhalten. Gelernt: Wenn du was wirklich willst – WIRKLICH – dann gehe frühzeitig hin und meide Veranstaltungen, die erst dann enden, wenn deine Wahlveranstaltung beginnt. Oder eben die Strategie, der ich auch begegnete (aber nicht selber angewendet habe!) 10 Minuten vor Schluss gehen, um rechtzeitig da zu sein.

Ich denke, du hast einen gewissen Eindruck davon, was ich mit überwältigend meinte! Manche Angebote waren aber auch inhaltlich überwältigend. Da noch nicht alle Videos verfügbar sind, möchte nich hier nur – sozusagen als Appetithäppchen, nur einige wenige empfehlen.

Der Schwerpunkt der re:publica 2017 war, wie es der Titel schon zeigt, die Kommunikation und die Liebe. Gegen den Hass, gegen die Hetze im Netz und in der Welt. Viele der Beiträge beschäftigten sich dann auch mit „Fake-News“ aus den unterschiedlichsten Perspektiven.

Einfach überwältigend! war Kübra Gümüşay, die über die Die Emanzipation der Gutmenschen sprach (Video von 7:34:40 – 8:02:40).

Auch Katharina Nocun war mit ihrem Vortrag Der Source Code der AfD, in dem sie die AfD-Programme auf ihre Kerngedanken hin untersuchte, ein sehr bewegender Vortrag (Video liegt noch nicht vor). Aber meine kritische Anmerkung, das es methodisch nicht ganz sauber sein, Zitate aus ganz unterschiedlichen Veröffentlichungen unterschiedlicher Quellen aus dem Zusammenhang zu reißen und zu einem zentralen Kern zu verdichten, mussten nur Freunde auf Facebook zur Kenntnis nehmen. Dazu aber mehr, wenn das Video verfügbar ist.

Von einigen weiteren Sessions möchte ich nächste Woche berichten, nachdem ich mir nochmal die Aufzeichnungen angeschaut habe, die es nun teilweise (und bis nächste Woche hoffentlich noch mehr!) bei Youtube gibt.

Wenn du deine Erlebnisse teilen möchtest, so kannst du das hier gerne in den Kommentaren tun. Oder du hast einen eigenen Blog ode eine andere Plattform, dann kannst du gerne den Link in die Kommentare setzen.

In diesem Sinne Love out loud!

Die #re:publica 17 (Vorschau)

Nächste Woche, vom 8. – 10 Mai findet die re:publica 17 in Berlin statt. Meine erste re:publica und ich bin sehr gespannt auf die vielen interessanten Beiträge und Gespräche. Ich habe mir im Vorfeld schon eine Liste der Vorträge, Diskussionen und Workshops gemacht, die ich gerne besuchen möchte. Manchmal ist es der Ankündigungstext, der mich anspricht, mal das Thema oder ich will mir einfach mal die Leute anschauen. Da ich ja auch Veranstaltungen im Themenfeld organisiere, bin ich natürlich immer auch als „Headhunter“ unterwegs.

Es wirkt leider eines der Veranstaltungsgesetze, dass bei vielen Paralellveranstaltungen immer Prioritäten gesetzt werden müssen. So trifft es auch mich, manches muss ich wohl oder übel verpassen. Ich hoffe dann einfach darauf, dass sich Leute finden, die dort waren und berichten können, wenn es nicht sowieso eine Dokumentation gibt. Die von den vorhergegangenen re:publicas auf Youtube verfügbaren Videos versprechen aber einen kleinen Rückblick.

Den erste Tag habe ich mir schon als „Kirchentag“ vorgemerkt, hier finden verschiedene Veranstaltungen statt, die ich gerne besuchen möchte, denn der Besuch der re:publica ist beruflicher Natur.

12:15 – 12:45 Lobby-Schlacht um Brüssel: Ende mit Tracken oder Tracken ohne Ende? mit Ingo Dachwitz auf Stage 2 dazu leider parallel Gleiches Web für alle – Ist meine Webseite eigentlich barrierefrei?“ Eine auch durchaus spannende Frage, mit der ich mich beschäftige. Noch ist hier nichts entschieden. Ingo Dachwitz ist nicht nur Jugenddelegierter der 12. Synode der EKD, er arbeitet auch bei Netzpolitik.org, eine Organsiation, die ich auch unterstütze und die eine super Arbeit leisten!

12:45 – 13:15 Make life easy (again)!? Was wollen wir uns von Technologie abnehmen lassen und zu welchem Preis? mit Martin Schallbruch und Jan Möller auf Stage 4. Ein wie ich finde ganz zentraler Punkt im Rahmen der Digitalisierung. „Der Talk geht der Frage nach, welche Strategien es gibt, ein gesellschaftliches und persönliches Gleichgewicht zwischen individueller Selbstbestimmung und den Chancen und Vorteilen komplexer digitaler Infrastrukturen zu erhalten.“ Auch dieser Punkt wir innerkirchlich oftmals thematisiert.

13:30 – 14:00 Die Lehren von der Reformation bis zur Aufklärung für das Netz von heute mit Kai Schächtele, Johanna Haberer auf Stage 8, leider zeitgleich mit aula – Schule gemeinsam gestalten, ein Projekt, das ich ja auch gerne unterstütze (siehe hier) Auch hier ist noch nichts entschieden, wobei ich Johanna Haberer ja schon von einer Veranstaltung kenne, auf der wir beide Referent*in waren. Zudem habe ich sie auf dem Medienkonzil gehört und das Buch „Digitale Theologie“ durchgearbeitet und mit Kollegen besprochen. Andererseits kenne ich das AULA-Projekt auch schon recht gut. Ich denke aber eher, dass ich ersteres besuche, da ja das Publikum und die Diskussionen hier für meinen beruflichen Kontext interessant sind.

14:00 – 14:30 WTF – Katholische Kirche will Netzpolitik mitgestalten?! mit Kristin Narr, Saskia Esken, Andreas Büsch auf Stage 8 ist glücklicherweise bei mir konkurrenzlos. Mit Kristin Narr verbindet mich mindestens die gemeinsame Vorbereitung des #mppb17, die ja im vollen Gange ist und mit Andreas Büsch treffe ich mich eh ab und zu auf einen Kaffeeplausch.

14:45 – 15:15 „Is there anybody alive out there?“ This is edufunk.fm! mit Jöran Muuß-Merholz, Kristin Narr, Ralf Appelt, Blanche Fabri, Guido Brombach hat jetzt bei mir den „nice2have“ Status. Möglicherweise bin ich aber durch die Fülle der Beiträge schon gesättigt und brauche eine Pause. Die wäre dann hier bis um

16:00 – 17:00 Netzgemeindefest mit Ingo Dachwitz. Hier wird es sicherlich ein Zusammentreffen von netzaktiven Kirchenleuten geben, worauf ich mich sehr freue, bevor dann von

17:15 – 18:15 Datenschatz VS Datenschutz? mit Jan Philipp Albrecht, Ingo Dachwitz, Susanne Dehmel auf Stage 5 stattfindet. Von 

18:30 – 19:00 Hacking Karlsruhe: Klagen für die Freiheit mit Ulf Buermeyer, Nora Markard. Sie stellen das Konzept der GFF (Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V) vor und erläutern, wie sich Menschen aus der Zivilgesellschaft einbringen können.

Wenn ich dann noch nicht komplett platt sein sollte, dann interessiert mich noch Vom Reden im Netz. mit Sascha Lobo, der von 19:45 – 20:45 auf Stage 1 von seiner Recherche zur Diskurskultur im WWW erzählen wird.

Dienstag und Mittwoch werden ebenfalls zeitlich und inhaltlich voll gefüllt sein. Veranstaltungen wie Tracking und Targeting: Einblicke in die Gegenwart und Zukunft der Online-Werbung mit Erik Sy interessieren mich dabei genauso wie die spannende Frage #DigitalCharta – Brauchen wir Grundrechte für das digitale Zeitalter? Ich hatte mich ja in einem Blogbeitrag bereits positioniert und bin auf die Diskussion hier #DigitalCharta – Die Diskussion (Workshop) gespannt.

Ob Philipp Müller und Annett Witte im Meetup „Was tun gegen Fake News?“ über das hinausgehen, was ich von ihm bereits kenne? Ich bin gespannt. Oder eben doch zur Paralellveranstaltung Data for the People mit Andreas Weigend auf Stage 1? Immerhin ein Kenner der Szene, über die in diesen Tagen so viel geschrieben und gesprochen wird. Oder doch zu Bildern der smarten City, wenn es heißt Will there be a shared vineyard in the smart city? mit Bettina Ludolf und Ralf Lamberti von der DAIMLER AG? Auf jeden Fall möchte ich mir gegen Ende der re:publica noch Diskutieren lernen – Wie die Gesellschaft im post-medialen Zeitalter über ihre Konflikte ins Gespräch kommt mit Christoph Kappes anhören, da die Kommunikationskultur in sozialen Netzwerken für die gesellschaft und damit auch für zivilgesellschaftliche Akteure wichtig  ist.

„Nebenbei“ treffe ich mich natürlich auch mit tollen Menschen, mit denen ich im Vorfeld schon (digitalen) Kontakt hatte.

Wer Lust, Laune und Zeit hat, kann mich gerne ansprechen. Ihr wisst ja jetzt, wo ihr mich zumindest zeitweise findet. Dazu pasend mein Konfirmationsspruch „Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen“.

Süchtig nach Medien?

Manchmal steigt mein Blutdruck und der Ärger. In der Regel verursacht durch Meldungen, die durch ihre reißerische Aufmachung auf etwas aufmerksam machen wollen, das dann doch „milder“ als die Aufmachung ausfällt. Meist trifft das auf Meldungen zu, die in (uns allen Bekannten) Tageszeitungen oder Magazinen erscheinen. Manchmal trifft es aber auch meine eigene Organisation, die Evangelische Kirche. So auch diese Woche.

Meine Aufmerksamkeit erregte ein Twitter-Feed, in dem „die EKHN“ twitterte, dass mindestens 500.000 Menschen von Internetsucht betroffen sind. In diesem Feed war wiederum ein Link zur Homepage der EKHN, auf dem das entsprechende Thema unter der Überschrift „Klick-klick-klick – Internetsucht könnte bald als Krankheit anerkannt sein“ erörtert wird. Unter der Überschrift dann ein Anreißtext, in dem wiederum steht „Mindestens eine halbe Million Menschen in Deutschland sind von Internetsucht betroffen.“ Kein „sollen von..“ oder „könnten…“. Nein. Sie sind es! Im Text selber wird dann die Quelle benannt: „Als internetabhängig gelten in Deutschland nach Angaben der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU) derzeit rund 560.000 Menschen – mit hoher Dunkelziffer.“ Im Text heißt es dann weiter „Internetsucht ist noch nicht als Krankheit anerkannt“.  Also sind in der Summe über 500.000 Menschen in Deutschland an einer Krankheit erkrankt (ja, Sucht ist eine Krankheit), die aber (noch) nicht als Krankheit anerkannt ist? Eine interessante Konstruktion.

Schaut man dann auf die Homepage der Drogenbeautragten der Bundesregierung, Frau Mortler, ist folgendes zu lesen: „Unter verschiedenen Begriffen wie „Computerspielabhängigkeit“, „pathologischer Internetgebrauch“ oder „Internetsucht“ werden derzeit internetbezogene bzw. mediennutzungsbezogene Verhaltensweisen zusammengefasst. Während für den Bereich des Computerspielens weitgehende Einigkeit besteht, dass dieses Verhalten deutliche Parallelen zu einem Suchtverhalten aufweist, ist derzeit noch nicht geklärt, ob die Nutzung sozialer Netzwerke, Chatten oder die Informationssuche ebenso den Verhaltenssüchten zuzuordnen sind.“ (Quelle)

Diesen Satz muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Da werden unterschiedliche Verhaltensweisen im Umgang mit Medien unter verschiedenen Begriffen zusammengefasst und in einen Begriff gegossen: „Sucht“. Wobei ja „nur“ Parallelen festgestellt weden. Ob das auch für die Mediennutzung außerhalb von Computerspielen gilt, ist noch nicht geklärt. Leute, mit einer solchen Rumeierei hätte ich mein Diplom als Soziologe niemans bekommen! Aber es geht noch weiter. Ich habe mir die vorliegende Zusammenfassung der Studie angeschaut. Da ist dann zu lesen, dass in der Altersgruppe der 12 – 17 jährigen 5,8% eine Computerspiel- oder internetbezogene Störung aufweisen. Weibliche Jugendliche sind dabei mit 7,1 % stärker betroffen als männliche Jugendliche (4,5%). Diese Zahlen sind insofern interessant, zählen doch gerade männliche Jugendliche eher zur Gruppe der Computerspieler, weibliche eher zur Gruppe derjenigen, die viel Chatten. „Die deutlichsten Geschlechtsunterschiede bestehen in der Häufigkeit mit der männliche und weibliche 12- bis 17-jährige Jugendliche Computerspiele spielen. Jeder dritte männliche Jugendliche (36,2 %) aber nur jede neunte weibliche Jugendliche (11,3 %) spielt täglich Computerspiele.“ (Studie, S. 22) Gerade für den Bereich des Chattens liegen aber kaum nutzbare Erkenntnisse vor (siehe oben). Was dann noch folgt ist ein Feuerwerk an unterschiedlichen Begriffen. Da wird dann unterschieden zwischen Internetabhängigkeit, internetbezogene Störung, Computerspielsucht, exzessiver Internetgebrauch, problematischer Interntgebrauch und pathologischer Internetgebrauch. Fest steht: „Im aktuellen Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen (DSM-5) wird der Begriff der Störung verwendet (American Psychiatric Association, 2013). Das DSM-5 beschränkt sich auf Probleme in Zusammenhang mit Online-Spielen (Internet Gaming Disorder).“ (Studie, S. 10) Da scheint es doch ein starkes Operationalisierungsproblem (wie was nach welchen Kriterien wohin einordnen) zu geben. Zumindest mir als Soziologen drängt sich der Verdacht auf, dass sich die Forschung da noch nicht ganz entschieden hat.

Was aber ist denn diese Internetsucht? Oder Computerspielsucht? Oder Störung.

Grundlage ist eine Bewertung des Verhaltens, dass aus der Suchtforschung für stoffgebundene Süchte stammt. Auf der Homepage von „Keine Macht den Drogen“ finden sich folgende Kriterien:

Kriterien für Internetsucht

Damit man wirklich von Internetsucht sprechen kann, müssen nach den Psychologen Hahn und Jerusalem von der Humboldt-Universität 5 Kriterien zutreffen:

  • Einengung des Verhaltensraums: Es wird über einen längeren Zeitraum der größte Teil der zur Verfügung stehenden Zeit mit Computer und Internet verbracht. Dies geht nicht nur zulasten von anderen Freizeitbeschäftigungen. Es werden auch weitere wichtige Lebensbereiche wie Familie, Freundschaften, Schule, Arbeit und sogar Essen und Körperhygiene vernachlässigt.
  • Kontrollverlust: Alle Versuche, die Computer- und Internetnutzung einzuschränken oder zu unterbrechen, scheitern. Gute Vorsätze können nicht eingehalten werden.
  • Toleranzentwicklung: Es muss zunehmend mehr Zeit im Internet verbracht werden, um die angestrebte positive Stimmungslage zu erreichen. In Extremfällen sind das täglich bis zu 12 Stunden und mehr.
  • Entzugserscheinungen: Typisch sind allgemeines Unwohlsein, Unruhe, Nervosität, Gereiztheit und Aggressivität. Es gibt abhängige Jugendliche, die die Einrichtung zerstören und ihre Eltern tätlich angreifen, wenn diese den Zugang sperren.
  • Negative soziale Konsequenzen: Soziale Kontakte werden abgebrochen, es gibt Ärger in der Schule und/oder der Arbeit und die familiären Beziehungen leiden unter der Sucht.

Diese Kriterien nach Hahn/Jerusalem (pdf-Datei) wurden für die Diagnose von, ich nenne es jetzt mal  wie der entsprechende Verband der Fachleute  „Medienabhängigkeit“, adaptiert. Dazu steht in der Studie:

„Zur Erfassung computerspiel- und internetbezogener Störungen wurde die „Compulsive Internet Use Scale“ (CIUS) eingesetzt (Meerkerk, 2007). Die CIUS besteht aus 14 Fragen, mit denen ermittelt wird, wie häufig bestimmte Probleme in Zusammenhang mit der Nutzung des Internets erlebt werden. Die Problembereiche, die die CIUS erfasst, sind Kontrollverlust (d. h. man verbringt mehr Zeit im Internet als beabsichtigt oder versucht erfolglos, das Internet weniger zu nutzen), starke Eingenommenheit (d. h. man beschäftigt sich gedanklich stark mit dem Internet oder zieht die Internetnutzung anderen Dingen vor), Entzugssymptome (d. h. man fühlt sich unruhig oder gereizt, wenn man das Internet nicht nutzen kann), um Internetnutzung zur Verbesserung der Stimmung und schließlich Konflikte durch die Internetnutzung – entweder mit anderen, mit sich selbst oder mit eigenen Aufgaben und Verpflichtungen. Die 14 Fragen werden im Interview in zufälliger Reihenfolge gestellt. Die  Antwortmöglichkeiten reichen von „nie“ über „selten“, „manchmal“ und „häufig“ bis „sehr häufig“, für die aufsteigend null bis vier Punkte vergeben werden. Der Gesamtwert der CIUS ist die Summe aller Punkte, die in den 14 Fragen erzielt werden. Theoretisch kann er null (14 mal „nie“ genannt) bis 56 Punkte (14 mal „sehr häufig“ genannt) betragen.“

Erhält man so 20-29 Punkte, wird man zu denjenigen gerechnet, die ein problematisches bis riskantes Nutzungsverhalten zeigen, ab 30 Punkte wird von einer internetbezogenen Störung ausgegangen.

Ich möchte an dieser Stelle nicht auf die in der Studie enthaltene differenzierte Darstellung der Kennzeichen von einzelnen Personengruppen eingehen. Bevor ich zu meiner eigenen Haltung zur Thematik komme, noch einen bezeichnenden Satz aus der Studie: „Bei 5,8 % der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen und 2,8 % der 18- bis 25-jährigen Erwachsenen liegt laut CIUS vermutlich eine computersiel- bzw. internetbezogene Störung vor.“

Das Schlüsselwort, dass in mein Soziologenauge sticht ist „vermutlich“. Ich würde mir wünschen, hier wäre die Studie etwas klarer in der Benennung. Scheinbar kann sie das nicht. Auf weitere kleine Schwächen der Studie will ich hier nicht eingehen.
Eine Formulierung wie auf der EKHN Seite oder im eingangs genannten Twitter-Feed „sind von Internetsucht betroffen“ hätte sich mit einem Blick in die Studie aber hoffentlich erübrigt. Es liegt, das sei an dieser Stelle auch gesagt, nicht an der fehlenden Recherche der EKHN, die den Artikel vom Evangelischen Pressedienst übernommen hat (epd Wochenspiegel Nr.17/2017, S.21).

Zum Schluss noch ein paar Amnerkungen in eigener Sache:

Weil ich zur Frage der „Mediensucht“ immer wieder einmal als Referent angefragt werde: Ich bin kein Mediziner und kein Psychologe. Ich beobachte die Entwicklung für meine Dienststelle und bin Mitglied im Fachforum Mediensucht, in dem sich Fachleute aus den unterschiedlichen Proffessionen austauschen. Daher kann ich aus soziologischer Perspektive sozusagen einen Metablick auf die Entwicklung werfen. Dieser wiederum ist sehr differenziert. Zum Abschluss einige Thesen:

  1. Eine Krankheit, die es nicht gibt, kann nicht hieb- und stichfest diagnostiziert werden. Daher sind weitere Forschungen in diesem Bereich sinnvoll. Denn nur, weil etwas nicht klar diagnostizierbar ist, heißt nicht, dass es diese Krankheit nicht gibt. Aber bitte, um Stigmatisierungen zu verhindern: gründlich und nachprüfbar!
  2. Es gibt eindeutige Fälle, in denen die Kriterien ohne wenn und aber zutreffen. Ich persönlich kenne Menschen, die nach diesen Kriterien absolut „krank“ waren, selbst aber wieder aus dem „Strudel des Intenets“ herausgekommen sind. Und andere, die eine therapeutische Unterstützung benötigten.
  3. Es gibt Menschen, die Hilfe erwarten. Ihnen muss geholfen werden, ob sie nun „krank“ sind oder nicht. Im Fachforum Mediensucht vermitteln wir an die entsprechenden Stellen.
  4. Der Begriff der Sucht sollte präziser verwendet werden. Computerspielende Menschen, besonders Jugendliche, sind häufig Ziel von Zuschreibungen, die ihnen in keinster Weise gerecht werden. daher haben wir in Zusammenarbeit mit Kollegen aus der Drogenberatung ein Konzept entwickelt, dass es Multiplikator*innen aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlchen ermöglicht, eine professionelle, differenzierte Haltung einzunehmen. Das tut den Profis und den Kindern und Jugendlichen gut und trägt zum gegenseitigen Verständnis bei.

In diesem Sinne: Vertraut nicht der Oberfläche, schaut darunter. Zumindest dann ermöglicht es einen klareren Blick aufs Ganze.

P.S. Die gleiche Studie brachte es beim Deutschlandfunk auf „nur“ 300.000 Internetsüchtige (Quelle), beim Unicum-Magazin waren es laut der gleichgen Studie „etwa 270.000“ (Quelle). Wenn du ein Interesse am Fakten-Check hast, dann versuche doch einmal herauszufinden, wieviel Menschen denn 5,8 % der 12 – 17 jährigen im Jahr 2015 (Jahr der Befragung) faktisch waren. Wer die tatsächliche Zahl herausfindet, kann sie gerne hier in die Kommentare schreiben.